Eurokrise

Die Eurokrise und ihre Auswirkungen

Kurzzusammenfassung der Fakten zur Eurokrise

Timeline

Ende 2009 erklärte der griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou, dass das Haushaltsdefizit Griechenlands zwischen 12% bis 13% des BIP beträgt. Somit war die vereinbarte Schuldengrenze der EU – Konvergenzkriterien um ein vielfaches übersteigen.

Anfangs Februar 2010 beschloss die Europäische Kommission den griechischen Finanzhaushalt unter EU – Kontrolle zu stellen.

Ende März 2010 einigten sich die Staats- und Regierungschefs der Euro – Staaten auf eine finanzielle Unterstützung Griechenlands.

Anfangs Mai 2010 einigten sich EU, EZB und IWF mit der griechischen Regierung auf ein finanzielles Hilfsprogramm im Umfang von insgesamt 110 Milliarden Euro. 80 Milliarden steuerte die Euro – Zone diesem Hilfspaket bei. Davon betrug der deutsche Anteil 28%, also ca. 22,4 Milliarden Euro in drei Jahren.

Vom 7. bis 10. Mai 2010 fand ein Gipfeltreffen der europäischen Staats- und Regierungschefs statt. Sie einigten sich auf einen 750 Milliarden umfassenden Europäischen Stabilisierungsmechanismus.

Am 21. Juli 2011 einigten sich die 17 Euroländer auf ein zweites Rettungspaket für Griechenland. 109 Milliarden Euro wurden an direkten Krediten bis 2014 zugesagt. Private, Banken und Versicherungen beteiligten sich mit weiteren 37 Milliarden Euro an der Griechenland-Hilfe.

Auswirkungen auf Deutschland

Der Euro verliert durch die Griechenlandkrise und den weiteren kritischen Fällen (Portugal, Italien, Spanien) gegenüber wichtigen anderen Währungen an Wert. So wird der Import für deutsche Firmen aus der „Nicht – Euro Zone“ immer teurer. Die Unternehmen spüren den Druck, die Manager beklagen eine generelle Verteuerung der Vormaterialen. Dies treibt die Verbraucherpreise in die Höhe. Die Kauflust der deutschen Bevölkerung ging im Laufe dieses Jahres merklich zurück. Die Verbraucher schätzen die Konjunkturperspektive und die persönliche Einkommensperspektive pessimistischer ein als noch zu Beginn des Jahres. Dies hat zur Folge, dass die Bürger nicht mehr bereit sind, grössere Investitionen zu tätigen. Somit wird das Wirtschaftswachstum, welches Deutschland nach der grossen Wirtschaftskrise 2008 erfahren hat, gebremst. Ähnlich verhält sich auch der Exportmarkt Deutschlands. Zu Beginn des Jahres wurde der Deutsche Exporthandel angekurbelt, dies Dank der Euro Krise. Vor allem ausserhalb der Euro Zone blüht das deutsche Exportgeschäft. Hauptabnehmer Deutscher Produkte ist jedoch die Euro Zone, durch diesen Umstand wurde das Exporthoch Mitte Jahr ausgebremst.

Auswirkungen auf die Schweiz

Viele Anleger weichen in der momentanen Euro Krise auf stabile Währungen aus. Vor allem der Schweizer Franken erfuhr so, seit Beginn der Euro Krise eine rasante Nachfragezunahme. Dies führte dazu, dass der Schweizer Franken gegenüber dem Euro immer stärker an Wert zunahm. Am 07.09.2011 griff die Schweizer National Bank zu einer drastischen Massnahme. Sie koppelt den Franken an den Euro. Ein Euro darf nicht unter den Wert von 1.20 Franken fallen. Der starke Franken verteuert die Schweizer Exportwaren und lässt den Tourismus erlahmen. Viele Schweizer zieht es in den nahe gelegenen Euroraum um Einzukaufen. All diese Faktoren führen zu einer Schwächung der Schweizer Wirtschaft und zwangen die SNB schliesslich zum Handeln.

Bedeutung für die Firmen

Schweiz

Import:

Durch die Stärke des Schweizer Franken wurde der Import für die Schweizer Firmen günstiger. Der Verbraucher profitierte nicht von der Vergünstigung. Zwischenhändler gaben die Gewinne nicht an die Kunden weiter. Einzelhandelsriese Coop ging daraufhin in den Gegenangriff und boykottierte 95 Produkte internationaler Marken wie Ferrero oder L’Oreal. Coop verlangte Abschläge zwischen 10% und 20%. Nachdem Coop in die Offensive ging, folgten andere Warenhausketten ebenfalls dem Beispiel.

Export:

Der Export der Schweiz nahm zwar zu, trotzdem frisst der schwache Euro an den Margen. Besonders betroffen sind die Firmen, welche ins nahe Ausland exportieren. Zur zugespitzten Lage in der Schweiz äusserte sich der Firmenchef von Swatch, Nick Hayek:”Dass der Franken immer stärker wird, schmerzt uns, da wir fast alles in der Schweiz produzieren”. Viele Schweizer KMU’s, welche im Export tätig sind, gaben an, einen Gewinnrückgang von ca. 20% erlitten zu haben.

Deutschland

Import:

Vor allem die Branchen, die stark auf den Import von Ausgangsprodukte angewiesen sind, trifft die momentane Wirtschaftslage hart. Die Ausgangsprodukte wie Rohstoffe und Energie werden in Dollar abgerechnet und somit ist ein schwacher Euro ein Nachteil für die betroffenen Wirtschaftszweige.

Export:

Zu Beginn des Jahres wurde Deutschland ein Wachstum der Wirtschaft prognostiziert. Nun revidiert die OECD diese Annahme und sagt Deutschland ein Einbruch bis Ende 2011 voraus. Die Exporte in die Euro-Zone nehmen ab. Die Euroländer fragen nicht mehr nach. Vor allem die stark verschuldeten Länder müssen sparen und die dortigen Bürger und Firmen müssen mit höheren Steuern klar kommen. 

Beispiele

Innerhalb dieses Jahres prägen grosse Kursschwankungen den Devisenmarkt. Dieser Umstand bringt einige Nachteile mit sich. 

Anpassung der Preise

Wer in der Schweiz wohnt ist sich hohe Preise gewohnt. Jedoch sollte man meinen, dass sogar in der Hochpreisinsel Schweiz die Preise von Importware, dank des tiefen Eurokurses, sinken. Leider ist dem nicht so. IKEA beispielsweise rechnet mit einem Umrechnungskurs von 1.47 Franken für einen Euro. Bei IKEA kommen solche Wechselkurse zustande, da sie mit einem Jahreswechselkurs rechnen, welcher im März bereits für den September bestimmt wird. Ein weiters Beispiel sind Pampers Windeln, laut dem Schweizer Konsumentenschutz zahlen Schweizer 240% mehr als im Ausland. Auch Online ist das Problem der schwankenden Devisenkurse allgegenwärtig. Als eines der ersten Unternehmen reagierte Apple und senkte seine Preise im Appstore um 10% für die Schweizer Kunden.

Zahlungsziele

Bei längerfristigen Zahlungszielen können Devisenschwankungen ebenfalls eine Gefahr für den Rechnungssteller darstellen. Die meisten Firmen führen daher in ihren AGBs auf, dass sie sich Preisänderungen im Falle von Devisenschwankungen vorbehalten.

Kommentar

 

Interessante Links und Quellen

http://www.dasdossier.de/magazin/macht/staat/europa-endlos-der-krise

http://www.dasdossier.de/magazin/geopolitik/strategien/griechen-am-pranger

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,775525-2,00.html

http://www.spiegel.de/thema/finanzkrise_in_griechenland/archiv-2011207.html

http://www.wiwo.de/finanzen/die-folgen-von-euro-krise-und-staatsverschuldung-431679/3/

http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/inflationsaengste-nehmen-zu-431431/

http://www.tagesschau.de/ausland/schweizerfranken100.html

http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article13589348/Die-Schweizer-holen-Waehrungskeule-raus.html

http://www.faz.net/artikel/C31151/streit-ueber-waehrungsgewinne-schweizer-haendler-coop-kappt-das-eu-sortiment-30485641.html

http://www.swissinfo.ch/ger/wirtschaft/Starker_Schweizer_Franken_beunruhigt.html?cid=28486228

http://www.faz.net/artikel/C30641/aussenhandel-schuldenkrise-bremst-deutsche-exporte-30674771.html

http://www.faz.net/artikel/C30641/wachstumsprognose-oecd-rechnet-mit-abschwung-in-deutschland-30674791.html

http://www.zeit.de/wirtschaft/2010-05/eurokrise-euro-exportbranche

http://www.ezv.admin.ch/zollinfo_firmen/abfertigungshilfen/00374/index.html?lang=de

http://www.wissen.sf.tv/Dossiers/Wirtschaft/Hochpreisinsel-Schweiz#!videos

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Fuer-diese-1000-Produkte-zahlen-wir-bis-zu-240-Prozent-mehr/story/24306140

http://konsumentenschutz.ch/kernthemen/wechselkursgewinne/

http://www.denkmaschinen.ch/2011/07/14/apple-app-store-schweiz-senkt-preise/

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